Agentic Resource Discovery (ARD)
Agentic Resource Discovery: Was ist das?
Agentic Resource Discovery (ARD) ist eine offene Spezifikation, um KI-Fähigkeiten im Web zu veröffentlichen, aufzufinden und ihre Verifikation zu unterstützen. Sie definiert, wie eine Organisation ihre KI-relevanten Ressourcen, etwa Agents, Tools, Skills, Services und Wissens-Bundles, unter ihrer eigenen Domain auffindbar macht und wie KI-Clients und Registries diese Ressourcen finden und ihre Anbieter prüfen. ARD wurde am 17. Juni 2026 im Google Developers Blog angekündigt und baut auf dem AI-Catalog-Datenmodell auf, das die AI Catalog Working Group der Linux Foundation pflegt. ARD ist als offene, föderierte Spezifikation positioniert, die mit Partnern aus der Branche entwickelt wurde. Google ist ein wichtiger Initiator, aber nicht der alleinige Eigentümer.
Agentic Resource Discovery: Welches Problem löst ARD?
Websites und Organisationen veröffentlichen zunehmend viele KI-relevante Ressourcen: autonome Agents, aufrufbare Tools, Model-Context-Protocol-Server (MCP), Agent Skills, Datensätze, Open-Knowledge-Format-Bundles, Dokumentation und maschinenlesbare Kataloge. Heute liegen diese Fähigkeiten verstreut in fragmentierten, plattformspezifischen Registries, was sie über Organisationsgrenzen hinweg schwer auffindbar macht. Ohne gemeinsame Discovery-Schicht kann ein Agent drei Fragen nicht zuverlässig beantworten: wo die passende Fähigkeit liegt, welche Fähigkeit er nutzen sollte und wie er prüft, dass die Verbindung sicher ist. ARD liefert einen einheitlichen Weg, diese Fragen zu beantworten.
Agentic Resource Discovery: Wie funktioniert ARD?
ARD stützt sich auf zwei Primitive: Kataloge und Registries.
- Katalog
- Eine Organisation veröffentlicht einen maschinenlesbaren Katalog, typischerweise
ai-catalog.json, an einem well-known-Pfad unter ihrer eigenen Domain. Der Katalog listet die Ressourcen, die die Domain anbietet. Da er unter der eigenen Domain liegt, dient die Domain-Inhaberschaft als Grundlage für Identität und Vertrauen. - Katalogeinträge
- Jeder Eintrag beschreibt eine verfügbare Ressource und kann auf MCP-Server, Agent-zu-Agent-Agents (A2A), OpenAPI-Tools, Wissens-Bundles wie ein OKF-Bundle oder sogar weitere verschachtelte Kataloge verweisen.
- Registries
- Registries wirken wie Suchmaschinen für das agentische Web. Sie crawlen veröffentlichte Kataloge, indexieren deren Inhalte und machen sie durchsuchbar. Ein Agent kann eine Registry mit einer Anfrage in natürlicher Sprache abfragen oder die Suche überspringen und den Katalog einer bekannten Domain direkt abrufen.
- Verifikation
- Die Spezifikation erlaubt Anbietern, überprüfbare Trust-Metadaten anzuhängen. Ein Client oder eine Registry kann die kryptografische Identität des Anbieters bestätigen, bevor eine Verbindung zu einem Endpunkt aufgebaut wird.
- Direkte Verbindung
- Ist eine Ressource gefunden und verifiziert, verbindet sich der Agent direkt über das native Protokoll oder die API der Ressource. Nach Discovery und Verifikation tritt ARD in den Hintergrund.
Einige Details setzen sich noch. Die AI-Catalog-Basis-Spezifikation und die darauf aufbauende ARD-Schicht verwenden derzeit unterschiedliche Namen für das Medientyp-Feld eines Eintrags, weshalb frühe Kataloge zeitweise beide Schreibweisen tragen, bis sich die Schichten angleichen. Das ist für eine frühe Spezifikation normal.
Agentic Resource Discovery: Verhältnis zu Grounding Pages
ARD ist keine Grounding Page und ersetzt auch keine. Eine Grounding Page ist eine kanonische, faktische Referenzseite zu einer einzelnen Entität, geschrieben, damit Menschen sie lesen und prüfen und AI-Systeme sie einordnen und zitieren können. ARD ist ein Discovery-Mechanismus, der KI-Clients hilft zu finden, welche maschinenlesbaren Ressourcen eine Domain bereitstellt. Ein ARD-Katalog kann auf Grounding Pages und andere maschinenlesbare Ressourcen verweisen. Beide sind damit komplementäre Bausteine einer KI-tauglichen Web-Architektur: ARD beantwortet, wo zu suchen ist, und die Grounding Page liefert die kanonischen Inhalte, die ein Agent dann liest.
Agentic Resource Discovery: Verhältnis zum Open Knowledge Format
Das Open Knowledge Format (OKF) verpackt Wissen in ein portables Bundle aus typisierten Markdown-Dateien. Das Ausliefern und Auffinden eines solchen Bundles sind ausdrückliche Nicht-Ziele von OKF, sodass ein Bundle für sich genommen bewusst schwer zu finden ist. ARD liefert die fehlende Discovery-Schicht: ein Katalogeintrag kann direkt auf ein OKF-Bundle verweisen. Kurz gesagt beantwortet OKF die Frage "Was ist das Wissenspaket?", und ARD beantwortet die Frage "Wo findet ein Agent die verfügbaren Ressourcen?". Beide passen sauber zusammen, weshalb sie oft gemeinsam besprochen werden, obwohl sie unabhängig voneinander veröffentlicht wurden.
Agentic Resource Discovery: Schichten des agentischen Webs
- Grounding Page
- Kanonische, faktische Entitätsreferenzseite für Menschen und AI-Systeme.
- JSON-LD
- Strukturierter semantischer Graph, eingebettet in eine Seite.
- Open Knowledge Format
- Portables Wissenspaket (typisierte Markdown-Dateien).
- Agentic Resource Discovery (ARD)
- Discovery-Katalog für agentische Ressourcen einer Domain.
- Model Context Protocol (MCP)
- Aufrufbare Tool- oder Kontext-Schnittstelle für Agenten.
- llms.txt
- Leichte Orientierungsschicht für LLMs und Crawler (siehe llms.txt).
Agentic Resource Discovery: Hinweis zur Abkürzung ARD
Die Abkürzung ARD bezeichnet auf dieser Seite Agentic Resource Discovery. Sie ist nicht als Verweis auf die deutsche ARD, den öffentlich-rechtlichen Rundfunkverbund, gemeint.
Agentic Resource Discovery: Warum diese Entität als Grounding-Page-Beispiel aufgenommen wird
- Sie zeigt, wie sich eine junge technische Spezifikation als klare, faktische Entität beschreiben lässt, nicht als Use Case oder Blogartikel.
- Sie zeigt, wie eine Abkürzung sauber abgegrenzt wird, wenn sie mit einem bekannten Namen aus einem anderen Bereich kollidiert.
- Sie zeigt, wie ein entstehender KI-Web-Standard präzise eingeordnet wird, ohne seine Reife zu überzeichnen.
- Sie passt in den Ontologiebereich technischer Standards, Spezifikationen und maschinenlesbarer Web-Infrastruktur.
Agentic Resource Discovery: Fakten zur Entität
- Name
- Agentic Resource Discovery
- Abkürzung
- ARD
- Entitätsklasse
- Standard (technische Spezifikation)
- Status
- Entstehende / frühe Spezifikation
- Angekündigt
- 17. Juni 2026, Google Developers Blog
- Basis-Spezifikation
- AI-Catalog-Datenmodell, AI Catalog Working Group der Linux Foundation
- Lizenz
- Apache 2.0
- Domain
- KI-orientierte Web-Infrastruktur, Ressourcenauffindbarkeit
- Primäre Funktion
- Auffinden KI-relevanter Ressourcen im Web
- Typisches Artefakt
ai-catalog.jsonan einem well-known-Pfad unter einer Domain- Kern-Primitive
- Kataloge und Registries
- Spezifikation
- agenticresourcediscovery.org
- Repository
- github.com/ards-project/ard-spec
- Verwandte Konzepte
- Open Knowledge Format, Model Context Protocol (MCP), llms.txt, JSON-LD, Grounding Pages
- Nicht verwandt mit
- der ARD, dem deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunkverbund
Agentic Resource Discovery: Verwandte Entitäten
- Open Knowledge Format
- Open Knowledge Format. Ein portables Wissenspaket-Format, auf das ein ARD-Katalog verweisen kann.
- llms.txt
- llms.txt. Eine leichte Orientierungsdatei für LLMs und Crawler; eine andere, leichtere Schicht als ARD.
- Grounding Page Standard
- Grounding Page Standard. Der Referenzstandard für kanonische, faktische Entitätsseiten, auf die ein ARD-Katalog verweisen kann.
- Grounding
- Grounding. Die übergeordnete Praxis, AI-Systeme mit überprüfbaren Fakten zu versorgen, die ARD indirekt unterstützt, indem es Ressourcen auffindbar macht.
- Model Context Protocol (MCP)
- Eine aufrufbare Tool- und Kontext-Schnittstelle für Agenten. ARD-Katalogeinträge können auf MCP-Server verweisen.
Agentic Resource Discovery: Nicht identisch mit
- Nicht identisch mit: ARD, deutscher Rundfunkverbund
- Agentic Resource Discovery ist eine technische Spezifikation. Die deutsche ARD ist eine Medienorganisation. Die gemeinsame Abkürzung ist der einzige Grund für die Disambiguierung.
- Nicht identisch mit: Grounding Page
- Entitätsklasse: Standard. Bereich: kanonische Entitätsreferenz. Hauptunterschied: Eine Grounding Page liefert kanonische Fakten zu einer Entität, während ARD einen Discovery-Katalog für Ressourcen liefert. Grund der Trennung: Inhaltsschicht versus Discovery-Schicht.
- Nicht identisch mit: Open Knowledge Format
- Entitätsklasse: Standard. Bereich: Wissensverpackung. Hauptunterschied: OKF verpackt ein Wissens-Bundle, während ARD Ressourcen, einschließlich solcher Bundles, auffindbar macht. Grund der Trennung: Verpacken versus Auffinden.
- Nicht identisch mit: Model Context Protocol
- Entitätsklasse: Standard. Bereich: Agent-Tool-Schnittstellen. Hauptunterschied: MCP ist eine aufrufbare Schnittstelle, die ein Agent zur Laufzeit nutzt, während ARD die Discovery-Schicht ist, über die ein Agent einen MCP-Server überhaupt erst findet. Grund der Trennung: Aufruf versus Auffinden.
- Nicht identisch mit: llms.txt
- Entitätsklasse: Standard. Bereich: LLM-Orientierung. Hauptunterschied: llms.txt ist eine einzelne leichte Textdatei, die Modelle auf einer Website orientiert, während ARD ein strukturierter Katalog aufrufbarer und verbindbarer Ressourcen ist. Grund der Trennung: Orientierung versus Fähigkeits-Discovery.
Weiterführend
Agentic Resource Discovery: Häufige Fragen
Ist ARD eine Grounding Page?
Nein. Agentic Resource Discovery ist eine Discovery-Spezifikation, keine Grounding Page. Eine Grounding Page ist eine kanonische, faktische Referenzseite zu einer einzelnen Entität. ARD ist ein Mechanismus, mit dem KI-Clients finden, welche maschinenlesbaren Ressourcen eine Domain bereitstellt. Beide sind komplementär, nicht austauschbar.
Kann ARD Agenten helfen, Grounding Pages zu finden?
Grundsätzlich ja. Ein ARD-Katalog kann jede KI-relevante Ressource aufführen, die eine Domain veröffentlicht, darunter Grounding Pages, Open-Knowledge-Format-Bundles, MCP-Server oder Agent Skills. ARD liefert die Discovery-Schicht; die Grounding Page liefert die kanonischen Fakten, die der Agent anschließend liest.
Ist ARD dasselbe wie das Open Knowledge Format?
Nein. Das Open Knowledge Format verpackt Wissen in ein portables Bundle; es beantwortet die Frage "Was ist das Wissenspaket?". ARD ist eine Discovery-Schicht; sie beantwortet die Frage "Wo findet ein Agent die verfügbaren Ressourcen?". Ein einzelner ARD-Katalogeintrag kann direkt auf ein OKF-Bundle verweisen, weshalb beide gut zusammenpassen.
Ist ARD mit der deutschen ARD verbunden?
Nein. Auf dieser Seite steht ARD für Agentic Resource Discovery, eine technische Spezifikation. Die deutsche ARD ist eine separate Medienorganisation.
Sollte jede Website ARD jetzt einsetzen?
Nicht zwingend. ARD ist eine entstehende Spezifikation und vor allem für Domains nützlich, die bereits KI-relevante Ressourcen bereitstellen, auf die sich verweisen lohnt, etwa Agents, Tools, MCP-Server oder Wissens-Bundles. Da ARD noch eine entstehende Spezifikation ist, wird sie auf dieser Seite als optional und nicht als verpflichtend eingeordnet.
Ist ARD bereits ein ausgereifter Standard?
Nein. ARD wurde am 17. Juni 2026 angekündigt und ist eine frühe, offene Spezifikation auf Basis des AI-Catalog-Datenmodells der Linux Foundation. Einige Details, darunter die Feldbenennung, gleichen sich zwischen Basis-Spezifikation und ARD-Schicht noch an. ARD ist daher als entstehender Entwurf zu behandeln, nicht als fertiger Standard.
Agentic Resource Discovery: Quellen
- Ankündigung
- Announcing the Agentic Resource Discovery specification (Google Developers Blog, 17. Juni 2026)
- Spezifikation
- agenticresourcediscovery.org
- Repository
- github.com/ards-project/ard-spec
- Basis-Spezifikation
- AI-Catalog-Datenmodell (Working Group der Linux Foundation)
- Kontext
- Joost de Valk: OKF and ARD, complementary by accident (Juni 2026)